FORST · DROHNENSCAN
Digitale Forstinventur
Drohnen-, LiDAR- und Bilddaten ermöglichen eine georeferenzierte Beschreibung von Waldbeständen. Sichtbare Einzelbäume, Baumhöhen, Kronen und Bestandesstrukturen können erfasst und mit Referenzmessungen im Gelände zu einer projektbezogenen Datengrundlage verbunden werden.
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Ausgangslage und Einsatzbereich
Forstinventuren liefern wichtige Informationen für Bestandesplanung, Bewirtschaftung und Dokumentation. Klassische Stichproben im Gelände erfassen einzelne Bäume sehr detailliert, bilden jedoch nur ausgewählte Teile einer Fläche direkt ab.
Drohnen und LiDAR-Sensoren können diese Erhebungen durch räumlich zusammenhängende Daten ergänzen. Je nach Bestandesstruktur lassen sich sichtbare Baumkronen, Höhenunterschiede, Bestandesdichten und räumliche Muster darstellen.
Die Erfassbarkeit einzelner Bäume hängt von Baumart, Kronengröße, Bestandesdichte, Schichtung, Gelände und Sensorik ab. Unterständige, verdeckte oder eng zusammenstehende Bäume können in Luftdaten nicht vollständig getrennt beziehungsweise erkannt werden.
Technologie und Vorgehensweise
Je nach Aufgabenstellung werden hochauflösende RGB-Aufnahmen, photogrammetrische Punktwolken oder Drohnen-LiDAR-Daten eingesetzt.
Direkt aus geeigneten Luftdaten können unter anderem folgende Merkmale abgeleitet werden:
- Position sichtbarer Einzelbäume
- Baum- beziehungsweise Kronenhöhe
- Kronendurchmesser und Kronenfläche
- Oberflächen- und Geländemodelle
- räumliche Bestandesstruktur
- Lücken und unterschiedliche Höhenklassen
Weitere Parameter werden abhängig von Datengrundlage und Methode modelliert oder durch Felddaten ergänzt:
- Brusthöhendurchmesser
- Stammzahl
- Holzvolumen
- Biomasse
- Baumart
- Bestandesvorrat
Für modellierte Werte werden geeignete Referenzmessungen und nachvollziehbare Berechnungsmodelle benötigt. Welche Parameter direkt gemessen, aus Fernerkundungsdaten abgeleitet oder statistisch geschätzt werden, wird im Ergebnisbericht eindeutig ausgewiesen.
Präzise Umsetzung in der Praxis
Vor der Datenerfassung werden Untersuchungsfläche, Bestandesart, gewünschte Parameter, erforderliche Genauigkeit und vorgesehene Verwendung festgelegt.
Anschließend wird entschieden, ob RGB-Photogrammetrie, LiDAR oder eine Kombination mit terrestrischen Referenzmessungen geeignet ist. Bei komplexen oder mehrschichtigen Beständen kann zunächst eine Testfläche erfasst werden.
Nach der Befliegung werden Punktwolken, Gelände- und Höhenmodelle sowie – soweit technisch möglich – einzelne Baumobjekte erzeugt. Referenzbäume oder Stichprobenflächen im Gelände dienen zur Kontrolle und Kalibrierung der abgeleiteten Parameter.
Nicht erkannte Bäume, unsichere Zuordnungen und modellbedingte Abweichungen werden bei der Interpretation berücksichtigt. Ergebnisgenauigkeit und Vollständigkeit sind immer auf den konkreten Bestand und die vereinbarte Methode bezogen.
Fachlicher Hinweis:
Die digitale Forstinventur ist eine projektbezogene Fernerkundungs- und Datenauswertung. Sie ist keine amtliche Waldinventur, keine Grundstücksvermessung und keine Garantie für die vollständige Erfassung jedes Baumes. Holzvorrat, Brusthöhendurchmesser, Biomasse und wirtschaftlicher Bestandeswert dürfen nur mit Angabe der verwendeten Modelle, Referenzdaten und Unsicherheiten ausgewiesen werden.
Daten, Ergebnisse und Dokumentation
Je nach Auftrag können folgende Ergebnisse bereitgestellt werden:
- georeferenziertes Orthofoto
- klassifizierte LiDAR- oder photogrammetrische Punktwolke
- digitales Gelände- und Oberflächenmodell
- Kronenhöhenmodell
- Einzelbaumpunkte oder Kronenpolygone
- Höhen- und Kronenstatistiken
- Bestandesdichte und räumliche Verteilung
- modellierte Bestandesparameter
- Karten, Tabellen und GIS-Datensätze
- projektbezogener Ergebnisbericht
Die Dokumentation unterscheidet zwischen direkt erfassten, abgeleiteten, modellierten und im Gelände überprüften Werten. Datenformat, Koordinatensystem und erforderliche Attributfelder werden vor Projektbeginn abgestimmt.
Bei wiederholten Befliegungen können Veränderungen der sichtbaren Bestandesstruktur untersucht werden. Dafür müssen Sensorik, Flugplanung, Jahreszeit und Auswertungsmethode ausreichend vergleichbar sein.
Ihre Vorteile
Ihre Vorteile auf einen Blick
- Räumlich zusammenhängende Bestandesübersicht
- Georeferenzierte Erfassung sichtbarer Einzelbäume
- Höhen-, Kronen- und Strukturinformationen
- Kombination von Luftdaten und Referenzmessungen
- Ausgabe als Karte, Tabelle, Punktwolke oder GIS-Datensatz
- Transparente Kennzeichnung modellierter Werte
- Dokumentierte Genauigkeit und methodische Grenzen
- Wiederholungsaufnahmen für zeitliche Vergleiche
Nächster Schritt
Inventurprojekt abstimmen
Übermitteln Sie uns Flächengrenze, Bestandesart, Gelände, gewünschte Einzelbaum- und Bestandesparameter sowie den vorgesehenen Verwendungszweck. Wir prüfen, welche Sensorik, Referenzmessungen und Auswertungsmethoden erforderlich sind.





