Forst · Drohnenscan
Borkenkäfermonitoring
Drohnenaufnahmen können sichtbare Kronen- und Vitalitätsauffälligkeiten in Nadelwaldbeständen georeferenziert erfassen. Dadurch lassen sich Verdachtsbereiche priorisieren und anschließende Kontrollen im Gelände gezielter planen.
Projekt anfragen
Ausgangslage und Einsatzbereich
Borkenkäferbefall kann sich in Waldbeständen innerhalb kurzer Zeit ausbreiten. In frühen Befallsphasen befinden sich charakteristische Hinweise wie Bohrmehl, Einbohrlöcher oder Harzfluss jedoch überwiegend am Stamm und sind aus der Luft nicht direkt erkennbar.
Drohnen ermöglichen eine Übersicht über sichtbare Baumkronen und können Veränderungen in Kronenfarbe, Struktur oder spektralen Eigenschaften dokumentieren. Solche Auffälligkeiten können auf Trockenstress, mechanische Schäden, Krankheiten, Nährstoffmangel oder einen möglichen Borkenkäferbefall hinweisen.
Die drohnenbasierte Auswertung ergänzt daher die regelmäßige Kontrolle im Bestand. Sie ersetzt weder die Suche nach Befallsmerkmalen am Stamm noch die forstfachliche Bestätigung eines Befalls.
Technologie und Vorgehensweise
Je nach Fragestellung werden hochauflösende RGB-Aufnahmen, Multispektraldaten, Wärmebilddaten oder dreidimensionale Bestandesinformationen verwendet.
Aus den Aufnahmen können beispielsweise folgende Informationen abgeleitet werden:
- sichtbare Veränderungen der Kronenfarbe
- Unterschiede in spektralen Vegetationsmerkmalen
- Kronenstruktur und sichtbare Kronenschäden
- Lage abgestorbener oder deutlich geschwächter Bäume
- Veränderungen gegenüber früheren Befliegungen
- Positionen und Bereiche für Kontrollen im Gelände
Multispektrale Vegetationsindizes zeigen Veränderungen der Vegetation, sind aber nicht spezifisch für Borkenkäferbefall. Ein auffälliger Indexwert beweist daher weder einen Befall noch dessen Ursache.
Frühe Veränderungen lassen sich am ehesten durch vergleichbare Aufnahmen zu mehreren Zeitpunkten, geeignete Referenzbäume und Kontrollen im Gelände beurteilen. Welche Sensorik und Auswertungsmethode geeignet ist, wird für das jeweilige Projekt festgelegt.
Präzise Umsetzung in der Praxis
Vor Projektbeginn werden Fläche, Baumarten, Bestandesstruktur, bekannte Vorschäden, Untersuchungszeitraum und gewünschte Ergebnisse abgestimmt.
Nach der Befliegung werden sichtbare Kronen und auffällige Bereiche kartiert. Die Ergebnisse können beispielsweise in folgende Kategorien eingeteilt werden:
- ohne erkennbare Auffälligkeit im Luftbild
- beobachtungsbedürftige Veränderung
- auffälliger Baum oder Bereich
- vorrangig im Gelände zu kontrollieren
- durch Feldkontrolle bestätigter Befall
Die Einstufung „ohne erkennbare Auffälligkeit“ bedeutet nicht, dass ein Baum befallsfrei ist. Ein früher Befall kann aus der Luft unerkannt bleiben.
Auffällige Bäume werden georeferenziert bereitgestellt und sollten zeitnah im Gelände auf Bohrmehl, Einbohrlöcher, Harzfluss, Rindenveränderungen und andere Befallsmerkmale kontrolliert werden. Erst diese Kontrolle ermöglicht eine belastbare forstfachliche Beurteilung.
Fachlicher und rechtlicher Hinweis:
Die Drohnenauswertung ist ein ergänzendes Monitoring- und Priorisierungsinstrument. Sie ersetzt keine regelmäßige Waldbegehung, keine forstfachliche Diagnose und keine gesetzlichen Melde- oder Bekämpfungspflichten. Maßnahmen an Verdachtsbäumen dürfen erst nach Kontrolle und Entscheidung durch die verantwortlichen Waldbesitzer, Forstfachleute oder Behörden erfolgen.
Daten, Ergebnisse und Dokumentation
Je nach Auftrag können folgende Ergebnisse bereitgestellt werden:
- georeferenziertes Orthofoto
- Übersichtskarte auffälliger Bereiche
- Punktdatensatz mit Verdachtsbäumen
- Klassifizierung nach vereinbarten Auffälligkeitsstufen
- RGB-, Multispektral- oder Wärmebilddarstellungen
- 3D-Modell beziehungsweise Kronenhöhenmodell
- Vergleich mehrerer Aufnahmezeitpunkte
- Kontrollliste für die Begehung im Gelände
- projektbezogener Ergebnisbericht
Die Dokumentation enthält auf Wunsch Angaben zu Sensorik, Aufnahmezeitpunkt, Wetterbedingungen, Bodenauflösung, verwendeten Indizes und Auswertungsmethode.
Bestätigte Befallsbäume und lediglich aus der Luft auffällige Bäume werden in der Darstellung klar voneinander getrennt. Methodische Grenzen und nicht einsehbare Bereiche werden im Bericht ausgewiesen.
Ihre Vorteile
Ihre Vorteile auf einen Blick
- Übersicht über sichtbare Baumkronen und Bestandesbereiche
- Georeferenzierte Kartierung von Verdachtsbäumen
- Priorisierung anschließender Kontrollen im Gelände
- Kombination von RGB-, Multispektral-, Thermal- und 3D-Daten möglich
- Vergleich mehrerer Aufnahmezeitpunkte
- Digitale Kontrolllisten und GIS-Datensätze
- Dokumentierte Trennung zwischen Verdacht und bestätigtem Befall
- Nachvollziehbare Darstellung der verwendeten Methodik
Nächster Schritt
Monitoringfläche prüfen lassen
Übermitteln Sie uns Flächengrenze, Baumarten, Bestandesstruktur, bekannte Vorschäden und den gewünschten Untersuchungszeitraum. Wir prüfen, welche Sensorik und welches Monitoringkonzept für die Fläche geeignet sind.





